Als ich noch ein kleiner Bub war…

Ich kann mich noch dunkel an meine Babyzeit erinnern. Ach wie war das schön… Ständig war da jemand und hat sich vor mir zum Affen gemacht. Angefangen bei meinen Eltern, Großeltern, Verwandschaft und Freunde meiner Eltern. Ich dachte mir, wo ich denn da reingeraten sei und warum ausgerechnet ich. God… Why me? Schlimmer geht es nicht!

Doch schon früh in meinem Leben wurde ich eines Besseren belehrt. Schlimmer geht immer! Das Grauen kam so überraschend wie der Regenbogen nach einem Gewitter. Ich konnte mich zu keiner Zeit in Sicherheit wähnen. Von Zeit zu Zeit kamen fremde Leute und streckten mir ihre Köpfe entgegen. Ich kann euch sagen, da waren vielleicht Gesichter dabei…

Am liebsten waren mir die, die mit Gucci Gucci gu kamen und dabei mit ihren Händen fuchtelten… Wenn sie dann noch eine feuchte Aussprache hatten, war es doppelt schlimm… Da hätte ich ein ums andere mal am liebsten aufgezogen…

Gucci hab ich nie getragen. Fragt mich mal was gestern war, was mir meine Eltern kleidertechnisch antaten. Da war noch nicht mal Prada drinnen…

„Wo ist denn des Baby?“ …..“Hmmmm. Mach mal die Augen auf…. Wo werd ich wohl sein? Weglaufen werd ich dir wohl net du Voll….“

Keine Angst, ich habe es überlebt, auch ohne Gucci, Boss oder Prada. Ja, als Kind hat man es nicht leicht und mir blieb nur der Griff zur Flasche, wenn auch damals mit dem für mich falschen Inhalt. Ich sah so viele hässliche Gesichter, da wünschte ich mir damals schon, ich wäre Dichter!

“ Was guckst du so auf mich,

ich kenne dich doch überhaupt nicht,

gerne würde ich es dir sagen,

ich kann deinen Anblick nicht ertragen!“

Was auch ein Klassiker war: „Du bist aber groß geworden…“  oder “Ganz die Mama oder der Papa.”

Lustig fand ich in der Kinderzeit folgendes Prozedere: Draußen war es kalt.  Ich muss wohl so 2 Jahre alt gewesen sein. Ich weiß gar nicht wie viele Schichten ich anziehen musste und wie lange meiner Mutter dafür gebraucht hat. Gut, ich geb zu ich hab mir nicht sonderlich Mühe gegeben mitzuhelfen… Wir waren kurz davor zu gehen – ich glaube wir waren eh schon so spät dran. Anders war es nicht zu erklären, dass meine Mutter schon leicht hektisch war. Ich sagte dann nur: „Kaka!”

Es gab aber auch schöne Tage. Dies war der Fall, als meine Eltern ohne mich weggingen. Das war schön.

Damals wusste ich zwar noch nicht, dass es Weihnachten und Ostern gab, aber Tage wie diese bereiteten selbst mir eine große Freude. Ding Dong, es klingelt an der Tür und da war sie, meine erste große Liebe. Meine Babysitterin.

Meist trug sie Blusen, da sah ich ihren Busen, im Kopf hatte ich Flusen und griff nach ihrem Busen. Wo jeder Mann aus Angst in Deckung geht, erhielt man früher dafür auch noch ein Lob. “Ja das hast du aber gut gemacht…”

Jahre später habe ich dafür eine Schelle erhalten. Was habe ich falsch gemacht? Ich hab doch auch nicht anders gemacht als damals. Frechheit. Da verstehe einer die Frauen!

An Tagen wie diesen wurde ich nicht müde, obwohl ich doch schon lange schlafen sollte…

Als sie mich ins Bettchen bringen wollte, fing ich an zu schreien und schon durfte ich an ihrer Brust einschlafen.

Möp Möp … 🙂

@ Alle Eltern: Kinder ab 6 Monaten können auf Knopfdruck weinen…

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