Reisebericht: Nordsee (Sieben auf einen Streich)

Wusstet ihr eigentlich, dass Amerikaner doppelt so viel Geld für Pornos ausgeben wie für Kekse? Nein? Nicht schlimm, ich auch nicht – bis zum letzten Wochenende, bei meiner Reise ins Land der Ostfriesen. Apropos Ostfriesen, kennt ihr den schon?
„Die Dame an der Kinokasse fragt: „Haben Sie nicht schon dreimal eine Karte gekauft?“ Antwortet der Ostfriese: „Ja, aber der Mann am Eingang zerreißt sie mir immer.““ 

Aber fangen wir lieber von Vorne an. Gerade waren noch meine Eltern im Planetensystem, als ich auch schon einen Anruf von Steffi bekam: „Ich habe früher Feierabend machen können, also können wir schon früher nach Hause los fahren!“ Oh, oh, ich hab doch noch gar nicht gepackt… „Schön Schatz, das freut mich!“ Blitzschnell flitzte ich durch die Wohnung und schmiss alles Wichtige in die Reisetasche. Da klingelte es auch schon an der Haustür. „Und, bist du fertig?“, fragte sie. „Klar!“, erwiderte ich mit einem leichten Zucken in den Augenwinkeln. „Bist du sicher? Hast du alles dabei? Socken, Unterhosen, Zahnbürste?“ Ich sagte stolz: „Nein, das habe ich noch nicht. Bisher habe ich nur die wichtigen Dinge eingepackt: Klopapier, Pulle Bier und den Kicker.“ Das gab Ärger. Da verzichtete ich lieber freiwillig auf die NBA, um die sonst so geduldige Steffi nicht noch weiter auf die Palme zu bringen. Denn sie konnte da oben schon fast die Kokosnüsse berühren.
In Paderborn angekommen, musste erstmal Maunzi begrüßt werden. Vielleicht sollte ich auch mal anfangen zu schnurren, um mehr Streicheleinheiten zu bekommen. Dabei gebe ich mir nachts schon solche Mühe, aber das erkennt sie wohl nicht als Schnurren an. Nun gut, so sind Frauen nun mal. Also entfernte ich mich unauffällig. Während ich mir die Kirschkerne in der Mikrowelle erwärmte, fiel mir folgender Witz ein:

„Zwei Schwule sind in ihrer Wohnung. Detlef sitzt in der Badewanne.
Plötzlich stürmt Edgar ins Badezimmer mit einem Löffel in der Hand und fragt:
„Du Detlef, darf ich mal so ein Schlückchen Wasser von dir haben?“

„Na klar Edgar, nimm nur.“

Edgar schöpft mit dem Löffel Wasser aus der Wanne und verlässt das Badezimmer.
Zwei Minuten später wiederholt sich das Szenario.

Edgar kommt erneut ins Badezimmer mit einem Löffel in der Hand und fragt Detlef:

„Du Detlef, darf ich mal so ein Schlückchen Wasser von dir haben?“

„Na klar Edgar nimm nur.“

Edgar schöpft also erneut mit dem Löffel Wasser aus der Wanne und will gerade  das Badezimmer verlassen, als ihn Detlef fragt: „Sag mal Edgar, was ist denn eigentlich los?“

Da antwortet Edgar:
„Tatü tata, die Küche brennt!!!“

Kurz danach schlief ich am Donnerstagabend müde, aber glücklich ein.

Karfreitag: Was soll ich sagen? Ein trostloser Tag ohne den Genuss von Fleisch. Müde, aber glück schlief ich ein.

Samstag: Eigentlich hatte ich mich schon auf einen ruhigen Morgen gefreut, da die Damen sich ein wenig aufhübschen lassen wollten, doch leider war die Aufhübschungsdame krank.

Tja, dann ging die Fahrt nach Ostfriesland eben etwas früher los. Andrea im Auto hinter dem Pferdehänger her, um zu kontrollieren, ob Jürgen und Marion auch alles richtig machen und dass die Pferde keinen Ärger machen. Und wir im Auto hinter Andrea her, nicht, dass sie noch Ärger macht. Nach drei Stunden Fahrt kamen wir endlich an. Die Pferde durften auf die Koppel und wir ins Haus, Ostfriesentee trinken, trinken, trinken. Dann wurde mir irgendwann erklärt, dass Ostfriesen immer weiter Tee einschenken, solange bis der Gast den Löffel in die Tasse stellt. Na, das hätten sie mir auch vor den 30 Tassen Tee beibringen können.
Ich bin ja nur froh, dass ich pünktlich zum Spiel Bayern vs. HSV die Toilette verlassen konnte. Super, so viele Tore haben die Bayern diese Saison nur zweimal kassieren müssen! Danke HSV! Nun gut, die 9 Gegentore hätten die Bauern aber wirklich nicht schießen müssen. Ich dachte schon, dass draußen vorm Fenster Rauchwolken vom Siegesfeuer aufstiegen. Dabei stellte sich für mich zwei Fragen: Gibt es Bayern Fans? Wer freut sich wohl hier oben so über einen Sieg der Bayern? Der Sache musste ich auf den Grund gehen und ging raus. Ich wollte schon kurz das Lied

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anstimmen, ließ es aber lieber bleiben.

Da brannte ein riesiges Feuer und es hatten sich bereits einige Leute zum Grillen und Trinken versammelt. Glühwein gab es, klar, ist ja Ende März. Und ich ließ mir erklären, dass das hier zu Ostern mit dem Feuer so üblich ist. Die Leute schichten tagelang alte Zweige übereinander. Und ich hab mich schon auf der Fahrt hierher gewundert, was für komische Nester die Vögel hier im Norden auf dem Boden bauen. Da kroch mir auch schon leckerer Würstchengeruch in die Nase. Weil Essen nur zurück wirft, habe ich natürlich nichts gegessen! Ich frage mich allerdings immer noch, wie oft Jörg nachts mit dem Hund Gassi gehen musste, nachdem ich ihn an den Leckerbissen teil haben ließ. Aber das hatte ich natürlich für mich behalten!
Einige Stunden später, als mich Steffi und Andrea am Osterfeuer vorbei zum Auto getragen haben, konnte ich aus dem Augenwinkel noch das Schwedenfeuer erkennen. Lustige Bräuche haben die hier oben. Nun ja, laufen konnte ich nicht mehr, aber Auto fahren schon. Die Frauen wollten natürlich noch am warmen Feuer sitzen bleiben, um sich die Füße zu wärmen. Nun gut, dachte ich, dann mache ich mich eben alleine auf den Heimweg. Ich weiß auch nicht, was mit dazu bewegt hat. Ich denke, ich wollte einfach mal austesten, ob der Spruch „In Bier müssen weiblich Hormone sein. Man redet wirr und kann nicht mehr einparken.“ wirklich stimmt. Während ich also das fünfte Mal zurück setzte, um in die etwa 4m breite Parklücke zu kommen, kam es wie es kommen musste. Es klopfte an der Scheibe. Langsam kurbelte ich das Fenster herunter und empfing ein tiefes „Moin!“. Ich wollte noch antworten: „Wie Moin, es ist doch schon 23 Uhr abends?!“. Doch da kam auch schon ein freundliches „Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!“ Ich dachte leise bei mir „Fahrzeugpapiere? Keine Ahnung, das ist ja nicht einmal mein Auto.“ Allerdings war ich clever und behielt dies für mich. Wenn ich halbwegs nüchtern bin habe ich eben immer noch die besten Ideen. Leider kommt dies viel zu selten vor. Stattdessen antwortete ich: „Wie Führerschein? Habt ihr den etwa verloren? Den habe ich euren Kollegen doch vor 2 Wochen schon gegeben!“ Wie es weiter ging, könnt ihr euch ja sicher denken. Steffi war sichtlich erfreut, als sie meinen Anruf erhielt und mich später auf der Polizeiwache abholen konnte. „April, April!“ Ach ne, es ist ja erst Ende März… Mist! Ok, da musste ich mir eine Entschuldigung einfallen lassen und kaufte ihr an der nächsten Tankstelle die neuste Auflage der Zeitschrift „Brigitte“.

Der Samstag war beendet. Ich schlief irgendwann ein.

Sonntag: Beim Frühstücken erfuhr ich, dass Marion tags zuvor noch über den Zaun stolperte – es muss wohl zur etwa der selben Zeit gewesen sein, als ich mein Gespräch mit den grünen Rüttlern hatte… Wer streicht so einen Zaun auch braun, das lässt sich nachts so schlecht erkennen. Was soll ich sagen, Friesen halt…

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Laut der „Brigitte“ soll Schlamm ja gut für die Haut sein. Also schlug ich vor, nach Greetsiel zu fahren, um dort ein Schlammbad zu nehmen. Also fuhren wir los, setzten uns neben dem Leuchtturm von Otto auf eine Bank und warteten 5 Stunden auf die Ebbe. Und da kam sie plötzlich. Steffi rief direkt laut: „Andi, es kann los gehen! Pack die Badesachen aus!“. Ich holte die Tasche… „Oh, oh! Ich habe mich wohl vergriffen und statt der Badesachen nur Gummistiefel eingepackt.“ Da war die Freude oder besser gesagt das Gezeter groß. Nach 30 Minuten Diskussion, was ich genau alles falsch gemacht habe, mussten wir uns beeilen, denn die Nordsee kam langsam wieder zurück. Also wateten wir los. Das war nicht so einfach wie gedacht. Vor allem den Sanddorn-Grog hätte ich vorher nicht trinken sollen. Daher sah das Ganze in etwa so aus:

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Puh, ganz schön anstrengend! Glücklicherweise hatte der Ostermarkt in Greetsiel schon geschlossen, so konnte ich mir das ersparen und wir fuhren direkt wieder zurück. Aber ausruhen durfte ich mich nicht. Denn nun hieß es Ostereier suchen. Dabei hatte ich mich doch schon am Morgen gefreut, denn der Osterhase hatte mich besucht und mir zwei Eier in der Hose versteckt. Na gut, Eier ist übertrieben, eher Eierchen… Aber das konnte ja niemand wissen. Also suchten wir noch einmal. Steffi vorne weg, sie fand Ei um Ei. Aber was sie nicht wusste: die Tüte, in der sie die gefundenen Eier sammelte, hatte ein Loch (wahrscheinlich von dem Brand… Tatütata, die Tüte brennt!). So clever wie ich bin, nahm ich die Verfolgung auf. So einfach kann Eiersuchen sein! Aber es gab nicht nur Eier zu finden, sondern auch Batterien. Sagte ich schon, dass die Leute hier im Norden etwas komisch sind?

Die Ostfriesen sind schon ein Volk für sich. Bei denen ist sogar Norden im Westen. Und komisch laufen tun sie auch:

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Falls mir jemand von euch erklären kann, was es damit auf sich hat, wäre ich euch sehr verbunden, wenn ihr euch bei mir meldet.
Eijeijeij, dazu fällt mir noch ein, dass ich den wohl unfreundlichsten Ostfriese überhaupt auf einem Parkplatz getroffen habe. Dreist schnitt er uns den Weg ab und schnappte sich den letzten großen Parkplatz. Wohl oder übel musste Andrea aus dem Auto steigen und einen erfahrenen Fahrer ans Steuer lassen, um das Auto in eine engere Parkbucht zu steuern. Ich wollte mich gerade schon auf einen Kampf vorbereiten und aus dem Kofferraum eine Eisenstange von Paderstahl holen, als mein potentieller Gegner eine Kehrtwende machte und davon ging. Er hatte wohl eingesehen, dass dies ein unfairer Kampf werden würde. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dies an meinen eingeschränkten Bewegungen lag oder an meinem T-Shirt „Ich habe Rücken!“.

Falls ihr mal wieder Hunger bekommen solltet, habe ich noch eine Restaurantempfehlung für euch: Der Mexikaner El-Gringo in Aurich. Jetzt mögt ihr euch denken „Aurich? Wie Schaurich.“ Aber lecker Essen machen können sie!

Nach dem Essen spielten wir noch eine Runde „Nobody’s Perfect“. Anschließend bekämpfte ich erfolgreich UFOs, Ninjas und Dinosaurier. Danach ließ ich zwei glückliche Frauen an der Wii weiter spielen. Was für ein Spiel? Keine Ahnung, irgendein „Gaaaaanz tolles!“ Dies machte mich natürlich auch glücklich und so konnte ich in Seelenruhe einschlafen.

Den Montag verbrachten wir eigentlich hauptsächlich auf den Straßen nach Nürnberg. Weil uns etwas langweilig war, fielen uns so einige Aprilscherze ein, mit denen ich euch aber nicht weiter nerven möchte. Es waren sieben auf einen Streich…

Da fiel mir auch noch auf, dass die Höxteraner und Lipper ähnlich schlecht Auto fahren wie die Fürther. Die bräuchten auch als Kennzeichen FÜ = Fahrer übt. Höxter = HX = Hicks? Na gut, die haben einfach zu viel getrunken. Lippe = LIP = Loch im Po? Der kommt wahrscheinlich vom Stock im Hintern, das muss weh tun! Deswegen sind die steif wie ein Stock. Da lässt es sich auch nicht gut Autofahren. Bei 1.500km Autofahrt ist mir eins wieder bewusst geworden: Es gibt nur einen guten Autofahrer. Und das bin ich! Und was tierisch nervt, sind Auf-der-Autobahn-in-der-Mitte-Fahrer.

Zum Schluss noch ein isländisches Lied:

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Ansonsten gilt wie immer: Was an der Nordsee passiert, bleibt auch dort.

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