DAKUJEME TI ZA VSETKO an Marek Mintal

Mensch Marek, gut des kannst jetzt du net wissen, aber am Samstag konnte ich dich leider nicht persönlich verabschieden. Ich denke du kannst mir dies schon verzeihen, da ich die letzten Jahre oft genug deinen Namen gebrüllt habe, und irgendwann ist es mir doch auch gestattet ein wenig Urlaub zu haben, oder?

Liebe Grüße auch vom Alex, der derweil in Boston weilt und heute Geburtstag hat (Dir lieber Alex, Happy Birthday to you.. Wir sehen uns zu RIP…)

Dann sage ich nun auch einmal: DAKUJEME TI ZA VSETKO

Habe nun noch ein Video gefunden, welches nicht direkt aus der Nordkurve  gedreht wurde, da hört man dass du zurecht Fußballer geworden ist…  Nobody is perfect… 😉

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Und noch eines von den Ultras aus Nürnberg:

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und noch ein Abschiedslied…

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Habe hier noch einen – wie ich finde – sehr interessanten Artikel von der Nürnberger Nachrichten gefunden. Geschrieben wurde dieser von Hans Böller.

„Es war eine ganz große Liebe, das bleibt für immer so“

Der Abschied von Marek Mintal nach acht Jahren beim Club: Momente, wie man sie im Frankenstadion noch nie erlebt hat – 09.05. 08:00 Uhr

NÜRNBERG  – Marek Mintal will nichts sagen, noch nicht. Das Spiel ist zu Ende. Dieses gegen Hoffenheim, das Nürnberg gerade mit 1:2 verloren hat, aber das ist mit dem Schlusspfiff vergessen. Es braucht jetzt keine Mikrofone wie sonst, keine aufgeregten Fragen, keine Tabellen mehr und keine Analysen, nicht einmal Lautsprechermusik.

Dakujeme ti za vsetko, danke für alles – es war uns eine Ehre: Marek Mintal nimmt mit feuchten Augen Abschied vom Frankenstadion.

Es ist ja gerade ein viel größeres Spiel zu Ende gegangen, ein intensives, berührendes, manchmal schmerzliches und am Ende so wunderschönes Spiel, von dem man irgendwie bis zum Schluss glauben wollte, es müsste doch immer weitergehen. Sein Spiel – Marek Mintals Karriere beim 1.FC Nürnberg.

Marek Mintal hat sie nach dem Schlusspfiff alle umarmt: die Mitspieler, die Trainer und Betreuer, die Schiedsrichter – so umarmt, als wolle er keinen von ihnen wieder loslassen; für Sekunden sah es manchmal so aus, als würde er selbst nicht glauben, dass es jetzt die letzten Schritte auf diesem Fußballrasen sein würden, und jetzt weiß er nicht gleich, wo sie hinführen sollen, obwohl er versucht hat, sich diesen Augenblick auszumalen, in den fast schlaflosen Nächten zuvor, sich diesen „vielleicht schwierigsten Tag“ seines Lebens, wie er viel später sagen wird, vorzustellen. Vor allem, das hatte er drei Tage zuvor gesagt, wolle er sich doch bedanken – für die schönste Zeit in seinem Leben.

Aber wo anfangen? Wie? Nach einem Tag, der im gigantischen Konfettiregen für Marek Mintal begann und mit einem Mintal, der am Spielfeldrand stand und durch sein Stadion schaute – so, als wolle er sich erinnern, wie es beim ersten Mal war, im Sommer 2003, da war er 25 Jahre alt und voller Lust und Neugier auf diesen Verein, diese Liga, diese Stadt.

Mintal und der Club – Eine Liebesgeschichte

Nur wenige Spieler haben es in der wechselhaften 111-jährigen Vereinsgeschichte des 1. FC Nürnberg geschafft, Aufnahme in den erlesenen Kreis der Club-Heroen um Max Morlock zu finden. Marek Mintal hat die Herzen der FCN-Anhängerschaft ebenso rasant wie nachhaltig erobert. Eine Stadt und eine ganze Region jubelte, bangte, feierte und litt mit der Offensivkraft, die im Sommer 2003 an den Valznerweiher wechselte. Erleben Sie „Mintal beim Club“ noch einmal von vorne: Aufstiege, Abstieg, Europapokal-Sternstunden – Torerfolge in Serie mit entsprechenden Ehrungen, schier unglaubliches Verletzungspech – frenetisch gefeierte Comebacks und natürlich jede Menge weiterer fußballhistorischer Glücks- und Gänsehautmomente!

Es ist für Momente sehr ruhig nach dem letzten Mal. Keiner geht nach Hause; 48000 Menschen waren diesmal nicht wegen eines Fußballspiels gekommen, das alle Nürnberger Spieler mit der Nummer elf auf den Trikot-Ärmeln bestritten. Seiner Nummer. Seit acht Jahren, aber eigentlich seit einer kleinen Ewigkeit. Für den Club, der jetzt zum zweiten Mal nach 2007 Bundesliga-Sechster geworden ist, den DFB-Pokal gewonnen und im Europacup gespielt hat – mit Mintal. Dank Mintal. Und für Marek Mintal, der in diesen acht Jahren zweimal Vater geworden ist und dreimal Torschützenkönig und der beliebteste Spieler dieses Vereins und eigentlich … und eigentlich ist dieser Club ohne Marek Mintal gar nicht mehr richtig vorstellbar.

„Mein Herz blutet“

Es ist ja alles irgendwie eins: der Club, diese Stadt, Marek Mintal, die 48000, für die nun der gleiche Kampf beginnt wie für die Nummer elf im roten Trikot und von dem die allermeisten wissen, dass sie ihn verlieren werden, so gern verlieren werden. Diese Tränen, hatte Mintal zuvor gesagt, werde er gar nicht zurückzuhalten versuchen, und spätestens, als die Großleinwand sein Gesicht zum ersten Mal zeigt, fangen Tausende an zu weinen – und beginnt etwas, was man im Frankenstadion noch nie gesehen hat. Und vielleicht auch nie mehr sehen wird, wie Raphael Schäfer, der Torwart, hinterher sagen wird.

„Ich liebe diesen Verein, ich liebe diese Menschen“, wird Marek Mintal viel später, noch immer ein bisschen zitternd, zu den Journalisten sagen, und: „Mein Herz blutet“ – aber das sieht jetzt jeder, als Mintal Richtung Südkurve geht. Es sieht noch unsicher aus. So, als ob er doch lieber nur kurz winken und dann in die Kabine gehen würde, auf dass alles so bleibe wie immer und er in 14 Tagen einfach wieder herauskommt aus dem Spielertunnel, neben dem all die Menschen in Marek-Mintal-Trikots stehen – und in den jetzt keiner der Nürnberger Fußballer geht, weil sie alle bei Marek Mintal sein wollen. „Es war“, wird er später, als sich das Stadion draußen allmählich leert, drinnen auch sagen, „eine ganz große Liebe, das bleibt für immer so“, und, nach einer kurzen Pause: „Die Zeit ist vorbei.“

Für die letzten Minuten bleiben sie zusammen. Raphael Schäfer, der Sebastian Mintal, den jüngeren der beiden Mintal-Buben, natürlich im Marek-Mintal-Trikot, auf den Schultern hat; Javier Pinola, der Herzensmensch Pino, der den Papa trägt und weint und auch so aussieht, als wolle er ihn nicht mehr loslassen – „so einen Freund“, wie Pinola sagt, und dass er so dankbar sei, so einen Freund gefunden zu haben.

Ein Phantom verabschiedet sich: Marek Mintals Nürnberger Tränen

Der langjährige Publikumsliebling absolvierte sein letztes Spiel im Frankenstadion

In Deutschland. Drumherum die vielen Freunde aus dem Jugend-Club, für die Mintal auch am Samstag nicht der Einwechselspieler Mintal war. Sondern Marek Mintal – riesiges Vorbild, Legende, vor allem: Freund. Jetzt haben sie fast alle auch feuchte Augen. Ehre, Respekt, Bewunderung, das alles sagen sie. Fußballer müssen manchmal Egoisten sein, es geht um Geld und Karrieren, aber jetzt erleben die Jüngeren einen Karrierehöhepunkt, in dem das alles keine Rolle mehr spielt.

Kalb, Morlock, Mintal

Auch Marek Mintal hat für Geld gespielt, für seine Karriere, aber besonders diese letzte Saison, in der er nie von Beginn an auf dem Platz stand, hat vor allem gezeigt, dass es alles keine Illusion sein muss: Dass auch Profifußball für Werte stehen kann, für Fleiß, für Anstand, Freundschaft, sogar Opfergeist. Und: Liebe – so steht es, auch in slowakischer Sprache, auf Plakaten, und es muss sehr alt sein, wer sich erinnert, in diesem Stadion je so einen Liebesbeweis gesehen zu haben. Heiner Stuhlfauth hat hier gespielt, Hans Kalb, Max Morlock. Später Dieter Nüssing, Dieter Eckstein, Andreas Köpke.

Es ist ein Club voller Legenden, aber in diesen Momenten des 7. Mai 2011 wird gerade zu einer Ära, was 2003 begann und Nürnberg mit dem Pokalsieg 2007 den ersten Titel seit 39 Jahren schenkte: Zur Ära Marek Mintal – Journalisten haben die Uhrzeit notiert, als er, eingewechselt für Almog Cohen, zum letzten Mal diesen Fußballplatz betrat, noch immer voller Lust und voller Neugier.

Bilderstrecke zum Thema

Feierlaune trotz Heimschlappe: Die Fans nehmen es locker

Kein Heimsieg, kein UEFA-Cup, dafür aber Bombenstimmung bei sommerlichen 25 Grad in Frankens schönstem Stadion. Die Hoffenheimer nehmen drei Punkte mit nach Hause, die gute Laune aber bleibt in Nürnberger und die Clubberer erwiesen ihrem Marek Mintal einen gebührenden Abschied.

Marek Mintal weint seit Minuten, als sie vor der Nordkurve ankommen – und stehenbleiben, um der Nummer elf den Vortritt zu lassen. Der ganze Club hinter Marek Mintal – vor denen, die dort stehen, für die die acht Jahre mit Marek Mintal die schönste Zeit in ihren jungen Fan-Leben waren. Marek Mintal rollen die Tränen über das Gesicht, er zittert, er lacht und verbeugt sich, er winkt und weint und drückt Sebastian fest an die Brust, und es dauert lange, bis er in ein Mikrofon sprechen kann.

Die Legende lebt

Er will sich doch bedanken für die acht Jahre, „in denen ihr mir so viel Kraft gegeben habt“, „das vergesse ich nie“, sagt er in ein Mikrofon, und jetzt will er es noch einmal hören: „Die Legende lebt“, das Vereinslied, wünscht er sich zum Abschied. Sie singen es gemeinsam: die Kurve und Mintal – so laut, dass sich Sebastian die Ohren zuhält und mit großen Kinderaugen auf den Papa schaut. Wenn er größer ist, wird er es verstehen; tausende Handy-Kameras im Stadion halten es in verwackelten Bildern fest. Alle Hände zittern.

„Die Zeit, sie bleibt nicht steh’n“, heißt es in der Hymne. Jetzt ist sie abgelaufen. „Ich liebe euch – viel Glück, tschüss“, sagt Mintal ins Mikrofon – „ein Auge lacht“, wird er später sagen; jetzt treibt es ihn, wahrscheinlich eher vom kleinen Sebastian an der Hand gehalten denn umgekehrt, noch ein bisschen durch sein Stadion. Jeder darf Kind sein beim Fußball. Man will ihn jetzt fest umarmen. „Hast Du geweint?“, fragt Marek Mintal eine Stunde später nur. Man muss nichts mehr sagen. 

„Es war eine ganz große Liebe, das bleibt für immer so“

Der Abschied von Marek Mintal nach acht Jahren beim Club: Momente, wie man sie im Frankenstadion noch nie erlebt hat – 09.05. 08:00 Uhr

NÜRNBERG  – Marek Mintal will nichts sagen, noch nicht. Das Spiel ist zu Ende. Dieses gegen Hoffenheim, das Nürnberg gerade mit 1:2 verloren hat, aber das ist mit dem Schlusspfiff vergessen. Es braucht jetzt keine Mikrofone wie sonst, keine aufgeregten Fragen, keine Tabellen mehr und keine Analysen, nicht einmal Lautsprechermusik.

Dakujeme ti za vsetko, danke für alles – es war uns eine Ehre: Marek Mintal nimmt mit feuchten Augen Abschied vom Frankenstadion.


 

 

Dakujeme ti za vsetko, danke für alles – es war uns eine Ehre: Marek Mintal nimmt mit feuchten Augen Abschied vom Frankenstadion.


Es ist ja gerade ein viel größeres Spiel zu Ende gegangen, ein intensives, berührendes, manchmal schmerzliches und am Ende so wunderschönes Spiel, von dem man irgendwie bis zum Schluss glauben wollte, es müsste doch immer weitergehen. Sein Spiel – Marek Mintals Karriere beim 1.FC Nürnberg.

Marek Mintal hat sie nach dem Schlusspfiff alle umarmt: die Mitspieler, die Trainer und Betreuer, die Schiedsrichter – so umarmt, als wolle er keinen von ihnen wieder loslassen; für Sekunden sah es manchmal so aus, als würde er selbst nicht glauben, dass es jetzt die letzten Schritte auf diesem Fußballrasen sein würden, und jetzt weiß er nicht gleich, wo sie hinführen sollen, obwohl er versucht hat, sich diesen Augenblick auszumalen, in den fast schlaflosen Nächten zuvor, sich diesen „vielleicht schwierigsten Tag“ seines Lebens, wie er viel später sagen wird, vorzustellen. Vor allem, das hatte er drei Tage zuvor gesagt, wolle er sich doch bedanken – für die schönste Zeit in seinem Leben.

Aber wo anfangen? Wie? Nach einem Tag, der im gigantischen Konfettiregen für Marek Mintal begann und mit einem Mintal, der am Spielfeldrand stand und durch sein Stadion schaute – so, als wolle er sich erinnern, wie es beim ersten Mal war, im Sommer 2003, da war er 25 Jahre alt und voller Lust und Neugier auf diesen Verein, diese Liga, diese Stadt.

   

Mintal und der Club – Eine Liebesgeschichte

Nur wenige Spieler haben es in der wechselhaften 111-jährigen Vereinsgeschichte des 1. FC Nürnberg geschafft, Aufnahme in den erlesenen Kreis der Club-Heroen um Max Morlock zu finden. Marek Mintal hat die Herzen der FCN-Anhängerschaft ebenso rasant wie nachhaltig erobert. Eine Stadt und eine ganze Region jubelte, bangte, feierte und litt mit der Offensivkraft, die im Sommer 2003 an den Valznerweiher wechselte. Erleben Sie „Mintal beim Club“ noch einmal von vorne: Aufstiege, Abstieg, Europapokal-Sternstunden – Torerfolge in Serie mit entsprechenden Ehrungen, schier unglaubliches Verletzungspech – frenetisch gefeierte Comebacks und natürlich jede Menge weiterer fußballhistorischer Glücks- und Gänsehautmomente!

Es ist für Momente sehr ruhig nach dem letzten Mal. Keiner geht nach Hause; 48000 Menschen waren diesmal nicht wegen eines Fußballspiels gekommen, das alle Nürnberger Spieler mit der Nummer elf auf den Trikot-Ärmeln bestritten. Seiner Nummer. Seit acht Jahren, aber eigentlich seit einer kleinen Ewigkeit. Für den Club, der jetzt zum zweiten Mal nach 2007 Bundesliga-Sechster geworden ist, den DFB-Pokal gewonnen und im Europacup gespielt hat – mit Mintal. Dank Mintal. Und für Marek Mintal, der in diesen acht Jahren zweimal Vater geworden ist und dreimal Torschützenkönig und der beliebteste Spieler dieses Vereins und eigentlich … und eigentlich ist dieser Club ohne Marek Mintal gar nicht mehr richtig vorstellbar.

„Mein Herz blutet“

Es ist ja alles irgendwie eins: der Club, diese Stadt, Marek Mintal, die 48000, für die nun der gleiche Kampf beginnt wie für die Nummer elf im roten Trikot und von dem die allermeisten wissen, dass sie ihn verlieren werden, so gern verlieren werden. Diese Tränen, hatte Mintal zuvor gesagt, werde er gar nicht zurückzuhalten versuchen, und spätestens, als die Großleinwand sein Gesicht zum ersten Mal zeigt, fangen Tausende an zu weinen – und beginnt etwas, was man im Frankenstadion noch nie gesehen hat. Und vielleicht auch nie mehr sehen wird, wie Raphael Schäfer, der Torwart, hinterher sagen wird.

„Ich liebe diesen Verein, ich liebe diese Menschen“, wird Marek Mintal viel später, noch immer ein bisschen zitternd, zu den Journalisten sagen, und: „Mein Herz blutet“ – aber das sieht jetzt jeder, als Mintal Richtung Südkurve geht. Es sieht noch unsicher aus. So, als ob er doch lieber nur kurz winken und dann in die Kabine gehen würde, auf dass alles so bleibe wie immer und er in 14 Tagen einfach wieder herauskommt aus dem Spielertunnel, neben dem all die Menschen in Marek-Mintal-Trikots stehen – und in den jetzt keiner der Nürnberger Fußballer geht, weil sie alle bei Marek Mintal sein wollen. „Es war“, wird er später, als sich das Stadion draußen allmählich leert, drinnen auch sagen, „eine ganz große Liebe, das bleibt für immer so“, und, nach einer kurzen Pause: „Die Zeit ist vorbei.“

Für die letzten Minuten bleiben sie zusammen. Raphael Schäfer, der Sebastian Mintal, den jüngeren der beiden Mintal-Buben, natürlich im Marek-Mintal-Trikot, auf den Schultern hat; Javier Pinola, der Herzensmensch Pino, der den Papa trägt und weint und auch so aussieht, als wolle er ihn nicht mehr loslassen – „so einen Freund“, wie Pinola sagt, und dass er so dankbar sei, so einen Freund gefunden zu haben.

Ein Phantom verabschiedet sich: Marek Mintals Nürnberger Tränen

Der langjährige Publikumsliebling absolvierte sein letztes Spiel im Frankenstadion.


In Deutschland. Drumherum die vielen Freunde aus dem Jugend-Club, für die Mintal auch am Samstag nicht der Einwechselspieler Mintal war. Sondern Marek Mintal – riesiges Vorbild, Legende, vor allem: Freund. Jetzt haben sie fast alle auch feuchte Augen. Ehre, Respekt, Bewunderung, das alles sagen sie. Fußballer müssen manchmal Egoisten sein, es geht um Geld und Karrieren, aber jetzt erleben die Jüngeren einen Karrierehöhepunkt, in dem das alles keine Rolle mehr spielt.


 

Kalb, Morlock, Mintal

 

Auch Marek Mintal hat für Geld gespielt, für seine Karriere, aber besonders diese letzte Saison, in der er nie von Beginn an auf dem Platz stand, hat vor allem gezeigt, dass es alles keine Illusion sein muss: Dass auch Profifußball für Werte stehen kann, für Fleiß, für Anstand, Freundschaft, sogar Opfergeist. Und: Liebe – so steht es, auch in slowakischer Sprache, auf Plakaten, und es muss sehr alt sein, wer sich erinnert, in diesem Stadion je so einen Liebesbeweis gesehen zu haben. Heiner Stuhlfauth hat hier gespielt, Hans Kalb, Max Morlock. Später Dieter Nüssing, Dieter Eckstein, Andreas Köpke.

Es ist ein Club voller Legenden, aber in diesen Momenten des 7. Mai 2011 wird gerade zu einer Ära, was 2003 begann und Nürnberg mit dem Pokalsieg 2007 den ersten Titel seit 39 Jahren schenkte: Zur Ära Marek Mintal – Journalisten haben die Uhrzeit notiert, als er, eingewechselt für Almog Cohen, zum letzten Mal diesen Fußballplatz betrat, noch immer voller Lust und voller Neugier.

Feierlaune trotz Heimschlappe: Die Fans nehmen es locker

Kein Heimsieg, kein UEFA-Cup, dafür aber Bombenstimmung bei sommerlichen 25 Grad in Frankens schönstem Stadion. Die Hoffenheimer nehmen drei Punkte mit nach Hause, die gute Laune aber bleibt in Nürnberger und die Clubberer erwiesen ihrem Marek Mintal einen gebührenden Abschied.


Marek Mintal weint seit Minuten, als sie vor der Nordkurve ankommen – und stehenbleiben, um der Nummer elf den Vortritt zu lassen. Der ganze Club hinter Marek Mintal – vor denen, die dort stehen, für die die acht Jahre mit Marek Mintal die schönste Zeit in ihren jungen Fan-Leben waren. Marek Mintal rollen die Tränen über das Gesicht, er zittert, er lacht und verbeugt sich, er winkt und weint und drückt Sebastian fest an die Brust, und es dauert lange, bis er in ein Mikrofon sprechen kann.

Die Legende lebt

Er will sich doch bedanken für die acht Jahre, „in denen ihr mir so viel Kraft gegeben habt“, „das vergesse ich nie“, sagt er in ein Mikrofon, und jetzt will er es noch einmal hören: „Die Legende lebt“, das Vereinslied, wünscht er sich zum Abschied. Sie singen es gemeinsam: die Kurve und Mintal – so laut, dass sich Sebastian die Ohren zuhält und mit großen Kinderaugen auf den Papa schaut. Wenn er größer ist, wird er es verstehen; tausende Handy-Kameras im Stadion halten es in verwackelten Bildern fest. Alle Hände zittern.

 

„Die Zeit, sie bleibt nicht steh’n“, heißt es in der Hymne. Jetzt ist sie abgelaufen. „Ich liebe euch – viel Glück, tschüss“, sagt Mintal ins Mikrofon – „ein Auge lacht“, wird er später sagen; jetzt treibt es ihn, wahrscheinlich eher vom kleinen Sebastian an der Hand gehalten denn umgekehrt, noch ein bisschen durch sein Stadion. Jeder darf Kind sein beim Fußball. Man will ihn jetzt fest umarmen. „Hast Du geweint?“, fragt Marek Mintal eine Stunde später nur. Man muss nichts mehr sagen.