Glubb: Geschichten aus dem Block 28 – Spiel Gladbach

Heute darf ich euch wieder die Sichtweise eines Fans aus dem Block 28 präsentieren.

Danke Gio!

Der Glubb vs. Borussia Mönchenpfeiffer

Eines vorneweg: Ich bin froh, wenn die Saison vorbei ist! Weniger wegam Glubb, sondern weil dann endlich dieser unsägliche Dooooooortmund-Hype ein Ende hat. Es nervt nur noch. Bei mindestens jeder zweiten Ausgabe des kickers lächelt einem vom Titelblatt ein anderer Dortmunder entgegen (vorzugsweise Mats Hummels und Jürgen Klopp), im Hochglanzteil haben sie eigentlich immer eine große Extrastory/Interview. Mittlerweile wurde schon fast die ganze Truppe porträtiert und der kicker muss wohl bald auf Platzwart und Busfahrer ausweichen. Und es gibt sie gar nicht mehr. Die (überregionale) Sportsendung, die nicht die Hälfte ihrer Sendezeit dafür aufwendet, über die Doofmunder und ihre noch viel dämlicheren Fans zu berichten. Vor allem hat das eh null Informationsgehalt. „Herr Spieler xy, spielt so ein deutscher Meister?“-Spieler xy: „Das müssen andere beurteilen.“ „Herr Spieler xy, wird der BVB jetzt deutscher Meister?“-Spieler xy: „Da denken wir überhaupt nicht dran, wir denken nur von Spiel zu Spiel.“ „Herr Spieler xy, was ist das Erfolgsgeheimnis des BVB?“-Spieler xy: „Weil wir ein Team sind mit einem super Zusammenhalt und wir uns alle ganz doll lieb haben“. Sowohl Fragen, als auch Antworten hab ich jetzt schon gefühlt 1384 Mal gehört. Bei allem Respekt vor der wirklich tollen Leistung des BVB, aber das langweilt nur noch.

Sollte ich da mit meiner Empfindung alleine stehen, bitte ich meinen kleinen Exkurs zu entschuldigen 🙂 Nun aber zum Glubb.

Ja, der Glubb hats mal wieder schön vergeigt. Nach dem Spiel war ich nicht wirklich traurig. Schließlich geht man ja schon lange genug  naus und kennt des ja zu genüge: Immer wenn der Glubb nen riesigen Schritt nach vorne machen kann…….

Die erste Halbzeit war gar nix: Zu wenig Laufbereitschaft und Bewegung, grauenhafte Fehlpässe, oft zu weit weg vom Gegenspieler, wenn man mal dran war zu viele verlorene Zweikämpfe, keine zündenen Ideen. Zweite Halbzeit war dann absolut in Ordnung und man machte alles oben Beschriebene besser. Insgesamt war allerdings schon früh zu erahnen, dass es einfach ein Tag ist, wo es nicht sein soll und bei dem man lieber im Bett geblieben wäre. Dazu passend auch der verballerte Elfer kurz vor dem Schlusspfiff, wo man trotz widriger Umstände immerhin doch noch einen brutal wichtigen Punkt hätte retten können und selbst das nicht schaffte. Über die gesamten 90 Minuten gesehen, war die eigene Leistung einfach zu schlecht, ebenso die Torabschlüsse, bei denen man teilweise aber auch kein Glück hatte (Hegeler, Schieber, Kopfball Wolf…). Nicht zu vergessen die katastrophale Leistung vom Schirigott 2, Mister Tabak Rafati.

Ich habe mir diesmal kein einziges Kulmbacher einverleibt und extra eine Brille besorgt, um unsere Spieler genauer unter die Lupe nehmen zu können. Ob ich das in Zukunft so beibehalten werde bzw. mir das wieder antue, steht noch in den Sternen 🙂 Trotzdem, nachfolgend die entsprechende Einzelkritik aller Spieler:

Raphael Schäfer

Wenig geprüft und mit jeweils einer guten Parade pro Halbzeit, allerdings muss er die auch haben. Nach diversen Fehlentscheidungen durch Tabak Rafati in der zweiten Halbzeit mehrmals kurz vorm Herzinfarkt stehend. Note: 3

Javier Pinola

Lässt man den verballerten Elfer wech, ein Spiel mit viel Licht und Schatten. Defensiv alles in allem ordentlich. Kurbelte, vor allem in der zweiten Halbzeit, das Spiel immer wieder gut nach vorne an, was aufgrund des gewohnt schlechten Aufbauspiels der Innenverteidigung umso wertvoller war. Dafür war ein Großteil der geschlagenen Flanken absolut grausam. Dafür, dass es am Ende doch mehr Schatten als Licht war, sorgte natürlich der verballerte Elfmeter. Es hat ihm wohl leider noch keiner verraten, dass man Elfer nie halbhoch schießen sollte. Da gibts bestimmt ne Statistik, die ich nicht kenne. Aber ich bin mir trotzdem sicher, dass die besagt, dass fast alle Elfmeter, die vom Keeper gehalten werden, halbhoch geschossen wurden. Schießt man wie Pino dann auch noch immer ins gleiche Eck, kann sich der Keeper noch mehr freuen. Das einzig gute könnte sein, dass er so schnell nicht mehr schießt. Hatte bei ihm immer ein schlechtes Gefühl, wenn er antrat. Kein Wunder, hat er doch in seiner gesamten Glubbzeit eine ziemlich schlechte Elferbilanz und einige in der Vergangenheit waren auch richtig reingezittert. Ansonsten Kopf hoch Pino, kann passieren. Note: 4,5

Andi Golf

Insgesamt ein ordentlicher Auftritt und gehörte definitiv zu den Besseren. Leider wieder mal schwach im Aufbauspiel. Dafür bügelte er mehrmals Patzer von Vorderleuten sehenswert aus und ein guter Offensivkopfball in der zweiten Halbzeit. Note:3

Philipp Wolllscheid

In der ersten Halbzeit etwas wackelig. Zudem mit einer Miniteilschuld beim Gegentor, als er etwas orientierungslos herumirrte. Im Durchgang 2 dann stärker, allerdings ähnlich schwach in der Spieleröffnung wie sein Nebenmann Andi Golf. Dafür mit zwei gefährlichen Ausflügen in den gegnerischen Sechzehner. Wenn, ja wenn da nich dieser Tabak Rafati gewesen wäre… Insgesamt eine solide Vorstellung, an dem werden wir noch viel Freude haben. Note: 3,5

Juri Judt

Auweia Juuuuri, wieder ein Rückfall in längst vergessene, und schon überwunden geglaubte Zeiten. Das Gegentor mit einem sauberen Fehlpass eingeleitet, anschließend auch noch nicht energisch genug gegen den Assistgeber Hankebank (auch wenn der öffnende Pass von Reus oder wem auch immer schon sehr stark gespielt war). Die Mönchenpfeiffers hamms auch clever gemacht. Von Anfang an den I-I-Idrissou aufn Juri gestellt und konsequent alle hohen Bälle dann auf diesen geschlagen. Als Ergebnis hatte der kleine Juri dann nen sehr schweren Stand und verlor alle Kopfbälle, was man ihm natürlich nich anlasten kann. Anders seine permanenten Fehlpässe, auch nach dem Gegentor. Offensiv war er wie gewohnt nicht existent. Ich glaube es zwar nicht, aber ich hoffe, dass die Verantwortlich endlich eingesehen haben, dass wir dringendst noch einen Rechtsverteidiger brauchen. Falls nicht für Juri, dann zumindest nen Back-up, falls dieser sich verletzt (siehe Scheißerslautern). Unfassbar, dass man überhaupt darüber reden muss. Wir sind ein Proficlub und haben nich mal alle Positionen doppelt besetzt. Sowas gibts wohl wirklich nur beim Glubb. Ansonsten bleibt zu hoffen, dass es von Juri nur´n Ausrutscher war, die jeder Spieler mal hat. Schließlich hat er in der Hinrunde überraschend oft, zumindest seine Defensivqualitäten nachgewiesen. Eigentlich grundsolide der Bou 🙂 Note: 5

Timmy Simons

Ich bin immer noch heilfroh, dass wir für diese Schlüsselposition diesen Haudegen im Sommer verpflichten konnten. Spielt immer sehr unaufgeregt und unauffällig, was als 6er definitiv kein negatives Qualitätsmerkmal darstellt. Am Samstag aber leider wohl sein schlechtestes Spiel im Glubb-Trikot. Wahnsinnig viele Fehlpässe im Aufbau, zudem Mitschuld am Gegentor als er am Torschützen Neustädter nich richtig dran war. Auch sonst, vor allem in Halbzeit 1 oft zu weit weg von den Gegenspielern. Das kann er deutlich besser. Note: 5

Almog Cohen

Umso bitterer war, dass im defensiven Schaltzentrum auch noch der zweite 6er leistungstechnisch ausfiel. Von einem israelischen Gattuso war da nicht viel zu sehen. Schade, hatte er doch in den Spielen vor der Winterpause überraschend gut gespielt. Umso enttäuschter war ich diesmal von ihm. Was für Simons, gilt auch weitesgehend für ihn, verlor auch für seine Verhältnisse diesmal viele Zweikämpfe und wurde zur Halbzeit folgerichtig ausgewechselt. Offensiv dürfen wir von ihm eh keine Wunderdinge erwarten. Dennoch denke ich, der Junge hat sein Potenzial vor der Winterpause schon angedeutet und könnte langfristig noch was werden. Note: 5

Jens Hegeler

Für mich noch der beste Glubberer an diesem Tage. Bis auf sein Fast-Traumtor in der ersten Halbzeit noch relativ unauffällig. In der zweiten Halbzeit aber dann an fast jeder gelungene Offensivaktion beteiligt. Zudem schuf er viele Räume und Lücken für seine Mitspieler, in dem er gleich zwei oder gar drei Gegenspieler auf sich zog und dabei oft sogar den Ball behaupten konnte. Und die Räume zu schaffen, war gegen gerade in der zweiten Halbzeit äußerst tief stehende Gladbacher sehr wertvoll. Auch bei ihm ist noch Luft nach oben, insgesamt aber eine durchschnittliche bis gute Leistung. Note: 2,5

Robert Mak

Keine gute Leistung und man hätte ihn durchaus sogar noch eher austauschen können. In der ersten Halbzeit mit einigen Defensivschwächen und nach vorne brachte er auch nicht viel zu Stande. Auch nachdem er mit Hegeler die Seite gewechselt hatte, wurde es nich viel besser. Zu seiner Ehrenrettung muss man noch sagen, dass er nicht nur sehr jung ist, sondern auch ein Spieler ist, der sehr von seiner Schnelligkeit lebt. Um diese Stärke einbringen zu können, braucht er viele Räume. Und gerade nach dem frühen Rückstand gabs diese gegen die tief stehenden Mönchenpfeiffers leider kaum. Mal sehen, was die Zeit bringt…. Note: 5

Mehmet Ekici

Die vierte Ekici für den Club, auf gehts Nürnberg! Harharhar, schenkelklopf, so ein Dummbatz 🙂 Nun zum Mehmet: Konnte den Günther leider nicht ersetzen. Hatte auch viel Licht und Schatten in seinem Spiel, wobei der Schatten etwas überwog. In der ersten Halbzeit wie viele seiner Mitspieler ziemlich schlecht, danach dann verbessert. Verschleppte für meinen Geschmack zu oft das Spiel und hatte zudem kaum zündende Ideen, den Mönchenpfeifferer Abwehrriegel mal zu knacken. Schlug wieder mal ein paar gefährliche Standards, allerdings folgten darauf in schöner Regelmäßigkeit auch immer wieder grauslige. Habe mir von ihm mehr erhofft, weil er es ja drauf hat und dazu auf seiner (so wird gesagt) Lieblingsposition spielen durfte. Note: 4,5

Julian Schieber

Sich aufgerieben, geackert und gerackert wie eh und je. Hatte aber mal wieder einen schweren Stand gegen oft mehrere Gegenspieler. Mir fiel auf, dass er sich ziemlich oft ins Mittelfeld fallen ließ, vermutlich weil er sonst kaum Bälle bekam. Dadurch fehlte er aber häufig im gegnerischen Strafraum. So hatte er auch nur einen einzigen nennenswerten Torschuss, den der Heimeroth leider gut parierte (zweite Halbzeit). Weil wegen Tabak Rafati das halbe Stadion irgendwann wieder mit den Schieber-Schieber-Rufen anfing, hoffte ich noch auf den Hannover-Effekt. Aber selbst das klappt an so einem Tag einfach leider nicht. Note: 3,5

Christian Eigler

Selbst ich, als ein Eigler-„Gegner“ muss zugeben, dass er an diesem Tage eine ordentliche Leistung geboten hat. Er brachte einigen Schwung und holte zudem noch den Elfer raus. Schade nur, dass er nach einigen guten Aktionen den letzen Pass/die letzte Flanke nicht an den Mann brachte. Man muss sagen, er hats halt einfach mal wieder verkackt 🙂 Note: 3

Markus Mendler

Schade für uns und natürlich den Jungen, dass seine Kiste nicht gezählt hat. Ansonsten brachte er nicht besonders viel zu Stande. Allerdings gilt für ihn vielleicht das gleiche wie für Mak, d.h. aufgrund seiner Schnelligkeit könnte er eine sehr gute Option sein, wenn man in Führung geht. Note: 3,5

Rubin Okotie

Kam zu spät für ne Bewertung, obwohl ich zugeben muss, dass ich die „ich-dribbel-jetzt-einfach-mal-mit-dem-Ball-ins-Aus-Aktion“ eigentlich schon gerne bewertet hätte 🙂 Note:–

Zum Abschluss noch ein Wort zu Arnold alias Michael Frontzeck: Ich hoffe ihr spielt in Zukunft auswärts so weiter, dann werdet ihr nämlich nicht mehr viele Punkte holen. Aufgrund der zweiten Halbzeit ein krass unverdienter Sieg. Und dass du mit zwölf Mann gespielt hast, fand ich auch recht unfair. Is schon bitter. Wir spielen so mäßig bis schlecht und hätten mit nem normalen Schiri trotzdem Minimum noch nen Punkt geholt, wahrscheinlich sogar gewonnen. Tabak Rafatis Bilanz: 2 Elfer nicht gegeben, eine Gelb-Rote in der 30. Minute nicht gegeben, Stranzl nach weiteren gelbwürdigen Vergehen immer noch nicht zum Duschen geschickt, ein reguläres Tor nich gegeben. Ich denke, die Bilanz spricht für sich. Note: 8,5  🙂

Hauds euch nei,

Gio